2020


Naturnahe Beobachtung - Bienen beziehen Schaukästen

Das stiftungseigene Projekt zum Natur- und Artenschutz der Bürger- und Energiestiftung Lichtenau hat mit der Aufstellung zweier Bienenschaukästen einen weiteren Meilenstein erreicht. Die im Rahmen des Projekts ins Leben gerufene Arbeitsgruppe, in welcher Imker, Vertreter von der Angel-, Verkehrs- und Wandervereine der Stadt vertreten sind, hatte bereits im Herbst 2019 erste Vorarbeiten zur Aufstellung der Schaukästen in Angriff genommen. Federführend war hierbei u.a. Frank Kazmierczak aus Kleinenberg. In jedem Kasten befinden sich drei Waben in denen pro Kasten ca. 2.000 Bienen und eine Königin leben und von Mai bis August Honig produzieren. Durch das Öffnen von Türen können die Kinder der beiden Offenen Ganztagsschulen (OGS) die Arbeit der Bienen live beobachten. Fachmännisch betreut werden die Kästen von den Imkern Heinz Müller aus Lichtenau und Johannes Niggemeyer aus Atteln.

Die Aufstellung der Kästen erfolgte in enger Absprache mit der Stadt Lichtenau sowie den zuständigen Behörden, um eine Gefährdung der Kinder zu vermeiden. Der von den Imkern gewählte Standort entspricht den Bedürfnissen der Bienen, so dass eine harmonische Symbiose zwischen den Anforderungen der Bienen und der Neugier der Kinder geschaffen werden konnte. Die sichere Aufstellung wurde durch den Bauhof der Stadt übernommen.

Die Kästen sorgen bei den Kindern für viel Aufmerksamkeit und auch Fürsorge. So gibt es in der OGS Atteln einen Bienenbeauftragten, den zehnjährige Noel aus Atteln. Er weiß genau, warum Bienen wichtig sind: "Es sind fleißige Insekten und sie sorgen dafür, dass die Früchte bestäubt werden, wie zum Beispiel Erdbeeren. Die mag ich besonders", verrät er.

Neben den Bienenschaukästen setzte die Arbeitsgruppe weitere Maßnahmen um: Blühwiesen und -streifen, Anpflanzung von bienenfreundlichen Stauden und Pflanzen, die Errichtung von Insektenhotels, die Vorbereitung von Bienenlehrpfaden sowie die Anschaffung von zwei Bienenlehrkoffern für die OGS. Dabei war die Zusammenarbeit und Kommunikation der verschiedenen Akteure besonders wertvoll und inspirierend. Das von der Stiftung in Eigenregie ins Leben gerufene Projekt wurde bisher mit einer Summe von 10.000 Euro. gefördert. Koordinatoren der Arbeitsgruppe sind die Stiftungsmitglieder Uta Lutze, Jürgen Amediek und Anja Ebner.

Bienenschaukästen in der OGS Atteln und Lichtenau. Fotos: Anja Ebner


Aktion Blühwiesen voller Erfolg

Man kann über das Blühwiesen-Projekt der Bürger- und Energiestiftung sagen "die Saat blüht auf". Das 2019 gestartete Projekt erfuhr 2020 eine noch größere Nachfrage, was auch daran lag, dass die Stiftung in Sachen Saatgut für Privatleute nachgebessert hat. Die von der Stiftung initiierte Arbeitsgruppe, bestehend aus Imkern und Mitglieder aus Angel-, Wander- und Verkehrsvereinen der Stadt, hatte angeregt, dass die Blühmischung für Privatleute eine andere sein müsse, als die für die Landwirtschaft eingesetzte Mischung. Aufgrund dieser Anregung wurden 2020 drei unterschiedliche Saatmischungen angeboten.

 

Insgesamt wurden ca. 250 mal 1 Kilo Tüten mit Saatgut kostenfrei an Privatleute ausgegeben. Die Nachfrage war aufgrund des guten Wetters besonders gut und schnell konnte ein erfolgreicher Absatz vermelden werden.

 

Auch 2020 war das Interesse von Seiten der Landwirtschaft nach dem gesponserten Saatgut hoch. Fast 300 Kilo Samen für eine Honigbrache wurden von ca. 15 Landwirten und ca. 650 Kilo mehrjährige Blühstreifenmischungen von ca. 25 Landwirten aus dem Stadtgebiet abgeholt. Das bedeutet fast 80 ha zusätzliche Blühstreifen für das Stadtgebiet Lichtenau und damit die Förderung von Bienen und Insekten freundlichen Naturflächen.

 

Das Gesamtprojekt wird von der Bürger- und Energiestiftung Lichtenau mit einer Summe von 7.500 Euro gefördert. Die Genossenschaft in Lichtenau hat sich als Ausgabestelle angeboten und die Abfüllung der ein Kilo Beutel übernommen.


Pflanzaktion Bangern und Schautafeln in Ebbinghausen

Neben der zur Verfügung stellen von Saatgut für Landwirte und Privatleute umfasst die Förderung des Stiftung im Natur- und Artenschutzprojekt auch die Anpflanzung von insektenfreundlichen Stauden. Wie bereits in Kleinenberg, Grundsteinheim, Asseln und Ebbinghausen haben jetzt Mitglieder des Angelsportvereins Lichtenau Pflanzen im am Ufer des Odenheimerbaches im Bangern gepflanzt. Der Verein hat diesen Bereich von der Stadt Lichtenau gepachtet und kümmert sich hier um den Artenschutz.

 

Um die Sensibilisierung für die heimische Flora und Fauna zu fördern, wurden mit Hilfe der Stiftung sowie durch die Unterstützung der AG-Mitglieder insgesamt 15 Schautafeln für drei Bienenlehrpfade erstellt.

 

Die Aufstellung des ersten Pfades erfolgte an der Blockhütte in Ebbinghausen.

Fotos: Heimatverein Ebbinghausen / Anja Ebner


Drei Insektenhotels aufgebaut

Die Arbeit in der Arbeitsgruppe zum Natur- und Artenschutz hat unter anderem die Idee zum Bau von Insektenhotels ergeben. Mit der Expertise der Imker, konnten in Ebbinghausen, der OGS Atteln und in Kleinenberg perfekte Standorte gefunden werden.

Das Insektenhotel in Kleinenberg wurde vom Imker Frank Kazmierczak gebaut und von Krystian Staneczek beschriftet. Besonderes an diesem Bau ist, dass die neun vorhandenen Fächer von den neun Kommunionkindern aus Kleinenberg mit Material gefüllt. Das Hotel wurde nach Fertigstellung von Pastor Stefan Stratmann geweiht.

In Ebbinghausen kümmerte sich der Heimat- und Verkehrsverein unter der Leitung von R. Pohlmeier um den Aufbau des Hotels. Gleichzeitig wurden Stauden und Sträucher angepflanzt.

Das Insektenhaus an der OGS Atteln wird noch von den Kindern mit Material gefüllt.

Fotos: Anja Ebner / Heimatverein Ebbinghausen


Bücherzellen in Lichtenau und Atteln laden zum Schmökern ein

Telefone beheimaten die ehemaligen Telefonzellen am Ärztehaus in Lichtenau und in der Ortsmitte von Atteln nicht mehr. Vielmehr sind dort Bücher, Zeitungen und Zeitschriften eingezogen und laden alle Bürgerinnen und Bürger des Stadtgebietes zum Schmökern ein.

 

Damit auch immer genug Lesestoff vorhanden ist, haben sich Marietheres Hartmann in Lichtenau und Irmgard Keuter und Christel Bauer in Atteln als Patinen zur Verfügung gestellt. Sie kümmern sich um den Bestand der Zelle.

 

 „Das Prinzip ist einfach: Jederzeit kann man Bücher zum Lesen mitnehmen. Ob man sie zurückbringt, behält oder tauscht, entscheidet jede Nutzerin, jeder Nutzer selbst", sagt Hartmann. Fast alle Genre sind in den Regalreihen beider Zellen zu finden: Romane, Krimis, Koch- und Sachbücher sowie anspruchsvolle Zeitschriften.

 

"Ich lese selber gern und freue mich darauf, Bewährtes von anderen Leseratten im Altenautal zu erhalten", so Bauer. Einen ähnlichen Antrieb hat die zweite Patin: "Es ist schön, dass so gut erhaltene Bücher auch anderen Lesefreunden zugänglich gemacht werden", sagt Keuter. Beide Patinnen kümmern sich um die Pflege und Sortierung der Bücher.

 

Die Bücherzelle in Lichtenau wurde von Michels Immobilien gespendet. Die Zelle in Atteln wurde mit 7.000 Euro von der Stiftung gestellt.

 

Fotos: Christiane Meyer / Mariethres Hartmann